Alles auf eine Karte setzen mit google My Maps

Alles auf eine Karte setzen mit google My Maps

Jedes Ereignis, über das wir täglich berichten, passiert an einem bestimmten Ort. Und gerade im Lokaljournalismus lassen sich Karten gut zur Illustration von Artikeln einsetzen, weil sie meist ortsbezogene Themen zum Inhalt haben. Egal, ob es darin um die geplante Route einer Umgehungsstraße, die Unfallschwerpunkte der Region oder eine Veranstaltung geht. Um eine solche Karte zu erstellen und in das eigene Angebot zu integrieren, sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Selbst Einsteiger können ansprechende Karten erstellen.

Alles, was man dazu benötigt ist My Maps von google. Dort lassen sich Karten über einen einfach zu bedienenden Editor mit Markern, Ebenen und gezeichneten Linien versehen. Anschließend können diese mit einem kleinen Code-Schnipsel in die eigene Website eingebunden werden, den die Seite praktischerweise mitliefert.

Die Kurzanleitung für My Maps:

  1. Für My Maps ist eine Registrierung bei google erforderlich. Solltet ihr schon ein Konto bei Gmail haben, habt ihr auch einen Zugang zum Karteneditor wie auch zu allen anderen google-Diensten. Nachdem ihr euch angemeldet habt, ruft die Startseite von My Maps auf. Dort klickt ihr in der oberen Menüleiste auf NEUE KARTE ERSTELLEN.
  2. Die Werkzeugleiste ist sehr übersichtlich.
    Die Werkzeugleiste ist sehr übersichtlich.

    Es öffnet sich eine Karte. Unter dem Suchfeld befindet sich die Werkzeugleiste. Damit lassen sich (von links nach rechts) mit der Hand die Karte bewegen, mit dem tropfenförmigen Symbol Marker setzen, mit dem folgenden Symbol Linien, Flächen und Routen einzeichnen sowie mit dem Lineal Entfernungen und Flächen messen.

  3. Setzt man nun einen Marker, kann dieser über ein Untermenü mit einem Titel sowie einer Beschreibung versehen werden. Um dieses aufzurufen, klickt ihr auf den gewünschten Marker. Diesen könnt ihr nun (wiederum von links nach rechts) mit einem anderen Symbol versehen (und diesem eine andere Farbe geben) sowie mit einem Titel, einer Beschreibung und einem Bild versehen. Google erkennt dabei URLs und Emailadressen automatisch.
  4. Zeichnet man eine Linie in die Karte, kann diese ebenfalls über ein Untermenü angepasst werden. Dort lassen sich die Dicke sowie die Farbe der Linie verändern sowie eine Überschrift, ein Beschreibungstext und ein Bild eingegeben werden.
  5. Ähnlich ist es bei eingezeichneten Flächen. Auch sie können eine Überschrift sowie einen Beschreibungstext nebst Bild erhalten. Über den ersten Menüpunkt können Farbe der Fläche, die Dicke der Außenlinien und die Transparenz angepasst werden.
  6. Sind alle Elemente eingezeichnet, vergebt ihr im linken Fenster einen Kartennamen und wenn ihr mögt auch noch eine Beschreibung.
  7. Anschließend klickt ihr im darunterliegenden Dialog auf Teilen. Im sich dann öffnenden Fenster ändert ihr im Bereich Zugriffsberechtigt den Wert von Privat – nur ich habe Zugriff auf Ein – öffentlich im Web und quittiert den folgenden Dialog mit OK. Nun könnt ihr den Link aus dem Fenster kopieren und ihn bspw. in eure Facebook-Notiz oder euren Post einfügen. Wer die Karte in seine Website einbinden möchte macht weiter mit Schritt 8:
  8. Per Klick auf die drei Punkte neben dem Kartentitel öffnet sich ein Untermenü. Dort wählt ihr den Punkt In meine Website einbetten. Ihr bekommt nun einen HTML-Embed-Code, den ihr in die Zwischenablage kopiert.
  9. Den WordPress-Beitrag auswählen, in welchen die Karte eingebunden werden soll.
  10. Die Ansicht im Textfeld von „Visuell“ auf „Text“ ändern (oben rechts über dem Textfeld).
  11. In den Bereich klicken, wo die Karte platziert werden soll.
  12. Den Code aus der Zwischenablage einfügen.
  13. Aktualisiert bzw. speichert Euren Beitrag.

Das Ergebnis sieht dann so aus:


Für Fortgeschrittene: Es lassen sich auch ..kml, .csv oder .gpx-Dateien mit Geokordinaten hochladen. Das spart viel Arbeit. Eine KML Datei kann man sich zum Beispiel aus Wikipediaartikeln herauslesen lassen, wie etwa der Liste von Windkraftanlagen in Bremen, Hamburg und Niedersachsen. Die Einstellungen für das dafür notwendige Tool sind auf dieser Wikiepedia-Seite dokumentiert. Ein Beispiel für eine solche KML-Datei findet sich hier.

Anwendungsbeispiele aus den Redaktionen:

Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ)  setzt auf CartoDB: Streuobstwiesen in den Landkreisen Osnabrück und Emsland

Die Ostsee-Zeitung bastelt sich interaktive Karten auch mit Adobe Illustrator: Badeseen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Kosten:

In der Basisversion (die für nahezu alle Anwendungszwecke ausreicht) ist My Maps kostenlos. Details zu möglichen Kosten findet ihr auf dieser Seite.

Die Alternativen:

  • Mapbox. Jahrelang mein Favorit. Nur leider überarbeiten die Betreiber das Tool gerade völlig. Mal gucken, wie es in Zukunft aussehen wird. Auch für Mapbox habe ich eine Anleitung geschrieben.
  • UMap ist Open Source, völlig kostenlos und vom Funktionsumfang riesig. Gerade dies macht es aber leider gerade Anfängern ziemlich schwer, sich zurechtzufinden. Wer sich weiter mit dem Thema Karten befassen will, sollte sich jedoch unbedingt mit Umap beschäftigen. Eine Anleitung für das Tool findet ihr hier.
  • StepMap ist eine gute und für Privatanwender völlig kostenlose Alternative. Der Landkarteneditor des Berliner Unternehmens hat einen weit größeren Funktionsumfang als diejenigen von Google und Microsoft. Trotzdem braucht man keine technischen oder grafischen Fachkenntnisse, um ihn zu bedienen. Hier zur Verdeutlichung dessen, was möglich ist, einige Beispiele. Nachteil: Wirkliche Interaktivität gibt es nur auf der Seite von Stepmap, auf die der Leser gelotst wird, wenn er die Karte anklickt. Details zu den Kosten gibt es nur auf Anfrage.

Weitere Beispiele:

 

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